Richtig streichen und tapezieren

Damit das Gestalten der Wände zum Erfolgserlebnis wird, sollten Selbermacher wissen, worauf man beim Kauf von Farben und Lacken achten sollte, welches Handwerkszeug geeignet ist und wie man den Untergrund richtig vorbereitet.

Farbe kaufen 
Eine Skala nennt Ihnen die Qualität. Seit 2001 steht auf dem Etikett jeder weißen Innenwandfarbe die Deutsche Industrie-Norm „DIN EN 13 300“.

Vor dem Malen sollten Sie unbedingt den Untergrund prüfen. Die meisten Farben und Tapeten, wie Raufaser, können öfter überstrichen werden, wenn die Tapete an Rändern und Nähten noch fest sitzt und die Farbe hält. Machen Sie einen Test: Zehn Zentimeter Malerkrepp gut andrücken, dann mit einem Ruck abziehen. Ist der Streifen sauber, kann sofort gestrichen werden. Haftet alte Farbe daran, müssen Sie die Wand mit Wasser und Spülmittel abwaschen. Danach zur Sicherheit mit Acryl-Tiefgrund fixieren, über Nacht trocknen lassen, erst dann die Wandfarbe auftragen.

Handwerkszeug
Auf die richtige Rolle kommt es an. Beachten Sie die Hinweise des Herstellers. Für viele Farbserien ist eine Malerrolle mit Kurzflor erforderlich – nicht mit Langfell!

Farbfrust vermeiden
Keinesfalls selbst mischen! Fertige Farbkollektionen sind umfangreich und erfüllen fast jeden Wunsch. Einen speziellen Ton können Sie in Fach- und Baumärkten anmischen lassen. Sie wünschen z. B. exakt die Nuance Ihrer Gardine, finden sie aber auf keiner Farbkarte. Dann können Sie den Ton einscannen lassen. In der Farbmischmaschine gelingt er präzise und wird zum Nachbestellen auf einer Farbkarte notiert. Sie bekommen also haargenau Ihre Wunschfarbe und können sie jederzeit nachkaufen.

Superleicht im Handling 
Raufaser ist der Klassiker, immer beliebter werden jedoch Vliestapeten. Die glatte Version wirkt wie untapeziert. Sie eignet sich perfekt für kreative Wickel-, Wisch- und Putzstrukturtechniken. Vliestapeten gibt es aber auch geprägt, farbig oder mit Muster. Ihr großes Plus: Selbst Ungeübte können sie verarbeiten – Wand einkleistern, dann die leichte Bahn trocken draufsetzen, fertig. Aber: Die Wand muss absolut glatt und sauber sein, denn jede Unebenheit zeichnet sich ab. Diese beseitigen Sie mit speziellen Spachtelmassen für Innenräume, Öffnungen können Sie mit Rissbändern überdecken. Außerdem gilt besondere Vorsicht bei älteren Gebäuden. Aufgrund der vorübergehend hohen Wandfeuchte durch den Kleister, werden alte Farben und Kleisterrückstände aus der Wand gesogen und können sich als Flecken auf der Vliestapete darstellen. Hier gilt es vor dem Tapezieren einen geeigneten Sperrgrund aufzutragen.