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Großer Bericht der Nordsee-Zeitung zu 100 Jahre WoGe

Im Juli 1918 ahnten nur wenige, dass der Weltkrieg nur vier Monate später mit der Kapitulation Deutschlands enden würde. Viele glaubten noch an einen Sieg.

Dabei war die Not, die der Krieg den Menschen gebracht hatte, überall mit Händen greifbar. Die Bevölkerung in den Städten hungerte, viele Väter, Söhne und Brüder waren gefallen, andere lagen verwundet in den Lazaretten – und wer aus dem Krieg zurückkam, fand keine Bleibe. Dass sich daran in absehbarer Zeit kaum etwas ändern würde, war den meisten klar.

Denn da die Mieten auf das Niveau von 1914 eingefroren waren und bestehender Wohnraum zwangsbewirtschaftet wurde und den Vermietern einfach Mieter zugewiesen wurden, gab es für Grundeigentümer keinen wirtschaftlichen Anreiz, in Neubauten zu investieren.

In Geestemünde griff man zur Selbsthilfe. 800 Frauen und Männer fanden sich im Juli 1918 in der Tonhalle zusammen und forderten, dass etwas getan werden müsse. 134 Teilnehmer der Veranstaltung waren mutig genug, eine Baugenossenschaft zu gründen.

Die Stadt Geestemünde ermutigte sie zu diesem Schritt und begleitete sie in den ersten Jahren tatkräftig. Am 18. Juli 1918 wurde der Gemeinnützige Bauverein Geestemünde beim Amtsgericht in das Genossenschaftsregister eingetragen. Im dreiköpfigen Vorstand saßen neben dem Direktor der Seebeckwerft auch der Geschäftsführer vom Konsumverein und als Vertreter der Stadt Geestemünde ein Bürgervorsteher.

Der Aufsichtsrat war ebenso prominent besetzt. Neben Geestemündes Bürgermeister Walter Delius als Vorsitzendem fanden sich weitere Direktoren, Kaufleute und Vertreter der Stadt, aber auch der Lagerarbeiter Reinhardt als Vertreterder Arbeiter. Delius wurde, damit der Bauverein seine ersten Häuser bauen konnte, „verschiedentlichpersönlich an maßgeblicher Stelle“ vorstellig, wie es im Geschäftsbericht für 1919 heißt. In der Georgstraße 79 wurde das erste „Geschäftslokal“ eingerichtet.

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Die Stadt stellte dem Bauverein einen 235.000 Quadratmeter großen Baugrund an der Bahnschleife am Fischereihafen zum Selbstkostenpreis von 2,50 Mark pro Quadratmeter zur Verfügung. Von hier aus konnten die Genossen ihre Arbeitsplätze zu Fuß erreichen.

Gebaut wurden 112 Einfamilienhäuser mit 200 Quadratmeter großen Nutzgärten und Ställen für Ziege und Schwein. Finanziert wurde das Projekt durch zinsgünstige Kredite und die Genossenschaftsanteile der Mitglieder. Solche Siedlungen, meist für Kriegsteilnehmer, wurden damals überall in Deutschland gebaut. Die Bewohner, denen die Steckrübenwinter der Kriegsjahre noch in den Knochen steckten, sollten sich selbst versorgen. Viele Vereinsmitglieder hatten daran jedoch kein
Interesse – teils, weil sie als Seeleute keine Zeit für geregelte Gartenarbeit fanden, teils, weil sie nach einem langen Arbeitstag nicht zum Spaten greifen wollten.

Mitglieder-Events im Jubiläumsjahr

„Gewinnen Sie das ganze Jahr“ – mit diesem Satz hat die WoGe schon früh die Feiern zum Jubiläum eingeläutet: Die Wohnungsgenossenschaft Bremerhaven eG ist sich bewusst, dass sie nur gemeinsam, mit ihren Mitgliedern, auf 100 erfolgreiche Jahre zurückblicken kann. Was lag da näher, als Monat für Monat besondere Events auf die Beine zu stellen, um gemeinsam mit den Mitgliedern dieses runde Jubiläum zu begehen?

Schnell waren im Kreis der WoGe-Mitarbeiter besondere Veranstaltungen gefunden, die den Mitgliedern präsentiert werden sollten. Weil es aber, bis auf die Sommerblumen-Aktion im Mai, nicht möglich war, zu jeder Veranstaltung alle Mitglieder einzuladen, wurde ein Gewinnspiel erdacht.

Seit Januar können nun jeden Monat Mitglieder der WoGe gewinnen und an ganz besonderen Veranstaltungen teilnehmen.

Diese Events sollen gleichzeitig die Verbindung der Wohnungsgenossenschaft mit der Stadt darstellen und haben die Mitglieder neugierig gemacht auf das, was die Seestadt Bremerhaven Attraktives zu bieten hat.

So war bereits das erste Event im Januar, der Besuch des Historischen Museums, sehr beeindruckend für die Gewinner und einige der Teilnehmer wollten im Anschluss noch einmal „in Ruhe“ durch das Museum gehen und in die Geschichte Bremerhavens eintauchen.

Das größte Event für alle Beteiligtenwar ohne Frage die Sommerblumen-Aktion: Die WoGe verschenkte im Mai an alle Mitglieder 4000 Sommerblumen, die von den Mitarbeitern im gesamten Stadtgebiet verteiltwurden: Seitdem bejubeln die Balkone der Mitglieder das WoGe-Jubiläum mit bunten Blüten.

Quelle: Nordsee Zeitung, 18. Juli 2018, Seite 5-7.

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